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Gestiegener Agrarexport von Bosnien und Herzegowina nach Deutschland

Gestiegener Agrarexport

Gestiegener Agrarexport, © www.coulorbox.com

11.04.2018 - Artikel

Die Produktion von Agrarerzeugnissen zählt zu den wichtigsten Wirtschaftssektoren in Bosnien und Herzegowina – ihr Export nach Deutschland ist seit 2016 um 40 Prozent angewachsen. So hat der Export landwirtschaftlicher Güter aus Bosnien und Herzegowina nach Deutschland heute einen Wert von mehr als 21 Millionen Euro (2017). Damit steht das Zielland Deutschland für Bosnien und Herzegowina an fünfter Stelle – nach der Türkei und den Ländern der Region Serbien, Montenegro und Kroatien.

Der Agrarexport aus Bosnien und Herzegowina nach Deutschland hat für die Zukunft noch größeres Potential. Um ihn auch zu erschließen, wird es insbesondere darauf ankommen, dass größere Verbandsstrukturen im Land geschaffen, Standards der Europäischen Union erfüllt und andere Wirtschaftsbereiche verbunden werden – zum Beispiel Tourismus. Der Export tierischer Produkte wird nach Deutschland dann richtig beginnen können, wenn die veterinären Standards der Europäischen Union nachgewiesen werden können.

Deutschland fördert seit Jahren kleinere und mittlere Unternehmen in Bosnien und Herzegowina, um deren Exportmöglichkeiten auszubauen. Mit Programmen in mehrstelliger Millionenhöhe unterstützen vor allem die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und HELP den Aufbau größerer Verbandsstrukturen, die Standardisierung von Produkten, die Markterschließung im Ausland und die Verbindung zu ruralem Tourismus. Ein besonders gelungenes Beispiel ist der Export von Pflaumen: 2016 konnten Landwirte aus Bosnien und Herzegowina 61Prozent ihrer Pflaumenernte nach Deutschland exportieren und besonders stark von dem Verkauf profitieren. Nach dem Besuch eines Bundesministers im Sommer 2016 hat das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ergänzend verschiedene Programme zur technischen Unterstützung durchgeführt.

Der Export landwirtschaftlicher Güter nach Deutschland ist ein Teil des Annäherungsprozesses Bosnien und Herzegowinas an die Europäische Union. Für ihn werden EU-rechtswidrige Handelshemmnisse ab- und funktionsfähige Lieferketten aufgebaut werden müssen. Dafür steht Deutschland Bosnien und Herzegowina unverändert zur Seite – und hofft auf die notwendigen Schritte im Land, damit bereitliegende Förderungsmöglichkeiten noch stärker genutzt werden können. Allein die Umsetzung der landesweiten Strategie für ländliche Entwicklung würde sofort EU-Mittel freisetzen, die gut 50Prozent der gesamten jährlichen Agrarförderung in Bosnien und Herzegowina ausmachen.


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