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Empfang zum Tag der Deutschen Einheit 2018

04.10.2018 - Artikel

„Gerade an unserem Nationalfeiertag betonen wir, dass wir uns als Teil eines größeren Ganzen, als Mitglied der Europäischen Union sehen – Europa ist unser zu Hause.  Und wir hoffen inständig, dass wir auch Bosnien und Herzegowina eines Tages in diesem zu Hause begrüßen können.“

Botschafterin Hohmann beim Empfang
Botschafterin Hohmann beim Empfang© Deutsche Botschaft
Grußwort der deutschen Botschafterin Christiane Hohmann anlässlich des 3. Oktobers

Dobro došli - Herzlich willkommen! Wie schön, dass Sie gekommen sind, um mit uns den 28. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung hier im „Europa Haus“ in Sarajewo zu feiern. Gerade an unserem Nationalfeiertag betonen wir, dass wir uns als Teil eines größeren Ganzen, als Mitglied der Europäischen Union sehen – Europa ist unser Zuhause.  Und wir hoffen inständig, dass wir auch Bosnien und Herzegowina eines Tages in diesem Zuhause begrüßen können.

Liebe Gäste, „nach der Wahl ist vor der Wahl“  - am Sonntag sind die Menschen in diesem Lande aufgerufen, über die Zukunft ihres Landes mitzuentscheiden. Das Wahlergebnis wird bestimmt durch diejenigen, die tatsächlich an die Urnen gehen. Mit ihrer Stimme haben die Bosnier und Herzegowiner die Möglichkeit, diejenigen zu unterstützen, die ihnen und ihren Kindern eine echte Perspektive im eigenen Land geben wollen und das Gemeinwohl aller Menschen in diesem Land im Auge haben.

Ich wünsche mir von Herzen, dass es dem Land gelingt, die Wahlen frei und fair zu gestalten und dass die hiesigen zuständigen Institutionen jeder Form der versuchten Manipulation energisch entgegentreten.

Ich wünsche mir, dass die Bürger Vertrauen fassen können und von ihrem demokratischen Grundrecht der Stimmabgabe Gebrauch machen.

Ich wünsche mir, dass mehr Bürger sich für eine bessere Zukunft in diesem Land engagieren und nicht die andere Wahl treffen, nämlich das so genannte „Abstimmen mit den Füßen“  Diejenigen, die bleiben, verlieren Freunde und Menschen, die sie bei der Umgestaltung des Landes unterstützen könnten. Und das Land verliert kritische Geister und oft auch wertvolle Arbeitskräfte; es verliert ein Stück seiner selbst, ein Stück Zukunft.

Damit sie bleiben können, erwarten die Menschen zu Recht, dass der Staat sich zuerst als Dienstleister für die eigenen Bürger versteht. Das bezieht sich sowohl auf die sozialen Sicherungssysteme wie Gesundheitswesen, Leistungen für Rentner, Veteranen und Invaliden aber auch auf den gerechtfertigten Anspruch auf eine Schul- und Berufsausbildung, die die Kinder und Jugendliche aufs Leben und einen real gebrauchten Beruf vorbereitet.
Bürger und Unternehmer brauchen Vertrauen in den Staat, sie brauchen Rechtstaatlichkeit und Rechtssicherheit, um sich entfalten oder investieren zu können.

Um im Land zu bleiben, braucht jeder einzelne Perspektiven, Grundversorgung und Halt.

Nach der Wahl geht’s weiter …

Den gewählten Politikern wird die Arbeit nicht ausgehen – versprochen! Die neue Regierung wird sichtbare und konkrete Schritte unternehmen müssen, die das tägliche Leben ihrer Bürger verbessert. Doch ganz vorne steht für mich die Aufgabe für die Politiker, das Vertrauen der Bürger muss zurückzugewinnen. Auf allen Ebenen müssen die neuen Regierungen entschieden  Korruption und organisiertem Verbrechen entgegentreten.

Zu sagen, es sei „zu kompliziert“ ist eine Ausflucht, keine Rechtfertigung.

Bosnien und Herzegowina hat sich auf den Weg in die EU gemacht. Deutschland unterstützt das Land hierbei  - und wird dieses tatkräftige Engagement auch in Zukunft fortsetzen. Bosnien und Herzegowina wäre ein würdiges EU-Mitglied, nicht nur wegen seiner geographischen Lage, sondern auch im Hinblick auf die offene, vielseitig orientierte Mentalität seiner Bewohner.

Aus der Vergangenheit wissen wir, dass EU-Beitrittsprozesse herausfordernd und langwierig sind. Um diesen Weg zu bereiten und befördern wurde 2014, am 100. Jahrestags des Ersten Weltkriegs, der Berlin Prozess aufgelegt. Konnektivität – also Verbindungen jeglicher Art sind das Motto dieses Prozesses.
 Es geht um die bessere Vernetzung und Nutzung des gemeinsamen Potentials – ganz im Sinne der EU – gemeinsam sind wir stärker.
Dass Zusammenarbeit grundsätzlich fruchtbar sein kann, zeigt die Arbeit des Westbalkanjugendwerk RYCO, das den Austausch der Jugendlichen in der Region befördert.
Wenn es gelingt, dass die Westbalkanstaaten einen gemeinsamen Binnenmarkt aufsetzen, profitieren die teilnehmenden Staaten direkt und nähern sich der EU mit Siebenmeilenstiefeln, insbesondere wenn der Markt Regulierungen vorwegnimmt.

Liebe Gäste, Deutschland ist und bleibt ein engagierter Partner an der Seite von Bosnien und Herzegowina. Es freut mich, dass wir nun bereits zum fünften Mal unsere Veranstaltungsreihe „Deutschland für Bosnien und Herzegowina“ im November nach Banja Luka bringen werden. Dort präsentieren deutsche Unternehmen und Institutionen ihr Engagement im Land, und es wird auch Aktivitäten zum Mitmachen geben.
Bei unserer dritten Veranstaltung vor einem Jahr hier in Sarajewo haben Schülerinnen und Schüler diese hübschen Kunstwerke gefertigt, die nun hier den Raum verschönern. Genießen Sie nun die Sprühkunst der Schüler, genießen Sie den Austausch, genießen sie den Abend!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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