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Empfang zum Tag der Deutschen Einheit 2019

04.10.2019 - Artikel

„Die deutsche Nationalhymne (...) beginnt mit den Worten: Einigkeit und Recht und Freiheit - Werte, von denen ich mir wünsche, dass sie auch die Zukunft von Bosnien und Herzegowina leiten. Als Freund und Partner wird Deutschland Sie hierbei und auf Ihrem Weg in Richtung EU weiter begleiten.“

Grußwort der deutschen Botschafterin Marget Uebber anlässlich des 3. Oktobers


-Es gilt das gesprochene Wort-

Botschafterin Margret Uebber
Botschafterin Margret Uebber© J. Agović/Deutsche Botschaft

Gospodine Predsjedniče,

Gospodo Potpredsjednici,

Dame i gospodo,

Drage kolege i kolegice,

Dragi gosti,

sve Vas srdačno pozdravljam ovdje u Kući Evrope, i raduje me što ste došli, kako bi s nama proslavili Dan njemačkog jedinstva.

Für mich ist es das erste Mal, dass ich diesen Tag hier in Sarajewo mit Ihnen  zusammen begehen kann, und ich freue mich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

In diesem Jahr hat der Tag der deutschen Einheit eine ganz besondere Bedeutung. Am 9. November ist es 30 Jahre hier, dass die Mauer fiel, und damit 45 Jahre der Teilung Deutschlands und Europas beendet wurden. Seither ist eine ganze Generation aufgewachsen, die nur ein geeintes Deutschland kennt.

Willy Brandt sagte damals: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“. Doch bis heute gibt es Herausforderungen und Unterschiede im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichem Leben in Ost und West, die es auszugleichen gilt. Auch zahlreiche neue Herausforderungen musste und muss das wiedervereinigte Deutschland bewältigen, so die Finanzkrise und die Flüchtlingskrise. Der Zustrom von Menschen aus anderen Ländern und Kulturen hat unsere Gesellschaft bunter, aber auch unübersichtlicher gemacht. Viele Menschen verspüren Verunsicherung. Hierauf gilt es, Antworten zu finden. Dabei müssen wir Fremdenhass, Rassismus und Antisemitismus entschieden entgegen treten.

In diesem Jahr feiern wir in Deutschland aber auch ein weiteres Jubiläum, nämlich den 70. Jahrestag der Verabschiedung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949.  Vier Jahre nach der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte wurde mit dem Grundgesetz ein Regelwerk für Freiheit und Demokratie, ein Bollwerk für die Menschenwürde und ein Grundstein für eine bessere, hellere, friedliche Zukunft geschaffen. Das Grundgesetz ist ein Glücksfall der deutschen Geschichte: 70 Jahre nach seinem Inkrafttreten leben wir in einem wiedervereinten Land, in einer starken Demokratie, in Frieden und in Freundschaft mit unseren Nachbarn.

Eine weitere Grundlage bildet die Integration Deutschlands in die euroatlantischen Strukturen. Mit der Entscheidung zur Westintegration Deutschlands – zunächst für Westdeutschland und dann für das wiedervereinte Deutschland – wurden die Grundlagen dafür gelegt, dass Deutschland heute gleichberechtigtes Mitglied der internationalen Gemeinschaft ist. Dies gibt uns aber auch eine besondere Verantwortung: Als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat der VN in diesem und im kommenden Jahr wollen wir an prominenter Stelle an Frieden und Sicherheit weltweit, aber auch an der Bewältigung der globalen Herausforderungen mitzuwirken.

Meine Damen und  Herren,

auch Bosnien und Herzegowina hat mit seinem Mitgliedsantrag für die Europäische Union den Weg in Richtung EU eingeschlagen. Deutschland steht zur Beitrittsperspektive für die Länder des Westlichen Balkans und unterstützt die euroatlantische Annäherung Ihres Landes nachhaltig. Mit der Stellungnahme der Europäischen Kommission zum EU-Mitgliedsantrag hat Bosnien und Herzegowina einen wichtigen Schritt getan. Nun gilt es, die Gesetze an den rechtlichen Besitzstand der EU anzugleichen. Hierfür ist es wichtig, dass Staat und Regierung handlungsfähig sind und „an einem Strang ziehen“, um das Land in Richtung EU voranzubringen. Dies ist aus unserer Sicht der beste Weg, die Herausforderungen, vor denen Ihr Land steht, anzugehen und Perspektiven für die Zukunft der Menschen des Landes zu schaffen.

Die deutsche Nationalhymne, die wir eben gehört haben, beginnt mit den Worten: „Einigkeit und Recht und Freiheit“ – Werte, von denen ich mir wünsche, dass sie auch die Zukunft von Bosnien und Herzegowina leiten. Als Freund und Partner wird Deutschland Sie hierbei und auf Ihrem Weg in Richtung Europäische Union weiter begleiten. Unsere beiden Länder verbinden heute gute und enge Beziehungen, die geprägt sind durch politische, umfassende wirtschaftliche und kulturelle, ganz besonders aber durch menschliche Kontakte. Die fast 200.000 Menschen aus Ihrem Land, die dauerhaft bei uns wohnen, sind ein wichtiges Bindeglied zwischen unseren Ländern. DEU ist wichtigster Geber und Handelspartner. Viele deutsche Unternehmen sind im Land tätig und schaffen hier Arbeitsplätze. Auf dieser guten Ausgangslage möchte ich bei meiner Arbeit hier in diesem Land gern aufbauen.

Ich freue mich sehr, dass am heutigen Abend auch eine Delegation aus Deutschland bei uns ist. Sehr herzlich begrüßen möchte ich Frau Theresa Schopper, Staatsministerin für die politische Koordination im Staatsministerium des Landes Baden-Württemberg und ihre Delegation. Frau Schopper und ihrer Delegation verdanken wir auch den Wein und das Bier aus Anbaugebieten in Baden-Württemberg, die wir Ihnen heute Abend anbieten können. Für diesen Beitrag zu unserer Feier möchte ich Ihnen, liebe Frau Schopper, sehr herzlich danken und werde Sie gleich bitten, einige Worte an uns zu richten.

Damit möchte ich Sie, liebe Gäste, herzlich einladen, mit uns einen schönen und entspannten Abend zu verbringen.

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